Marius Kreis

Zusatzbeiträge 2026: 47 von 97 Kassen haben erhöht

Die Zusatzbeiträge aller 97 Krankenkassen aus unserem Rechenkern: Durchschnitt, größte Erhöhungen, unterjährige Änderungen und was das in Euro bedeutet.

Der Zusatzbeitrag ist der Teil des Krankenversicherungsbeitrags, den jede Kasse selbst festlegt. Und er ist in Bewegung: Zum Jahreswechsel 2026 haben 47 von 97 Krankenkassen in unserem Datenbestand ihren Satz angehoben, nur 4 haben gesenkt, 46 blieben unverändert. Der Durchschnitt stieg von 3,12 % auf 3,37 %, ein Plus von 0,25 Prozentpunkten.

Diese 3,37 % sind der ungewichtete Durchschnitt über die Kassen, jede Kasse zählt also gleich, unabhängig von ihrer Mitgliederzahl. Er ist nicht zu verwechseln mit dem amtlichen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz nach § 242a SGB V, der für 2026 bei 2,9 % liegt. Der amtliche Wert ist kein Mittelwert der tatsächlichen Kassensätze, sondern wird vom Bundesgesundheitsministerium jeweils im Herbst prospektiv aus der Finanzprognose des GKV-Schätzerkreises festgesetzt. Er dient als Rechengröße, etwa für den Beitragszuschuss zur privaten Krankenversicherung oder ab 2027 für die KV-Pauschale bei Minijobs. Dass die Kassen im Ist-Schnitt darüber liegen, ist deshalb kein Widerspruch.

Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus dem Lohnica-Rechenkern, der die Kassensätze für die Entgeltabrechnung führt (Stand: 12. August 2026). Die Sätze jeder einzelnen Kasse samt Historie seit 2022 finden Sie in unserer Krankenkassen-Übersicht.

Die größten Erhöhungen zum Jahreswechsel

Krankenkasse20252026Veränderung
BKK EWE1,98 %3,19 %+1,21
BKK exklusiv2,39 %3,49 %+1,10
BKK Würth2,39 %3,40 %+1,01
energie-BKK2,98 %3,98 %+1,00
BKK Werra-Meissner3,39 %4,35 %+0,96

Die stärksten Anhebungen kommen überwiegend von Kassen, die 2025 noch deutlich unter dem Durchschnitt lagen. Die BKK EWE etwa gehörte mit 1,98 % zu den günstigsten Kassen überhaupt und liegt jetzt nur noch knapp unter dem Schnitt. Wer im letzten Jahr wegen eines günstigen Satzes gewechselt hat, sollte nachsehen, wo die eigene Kasse inzwischen steht.

Spannweite: von 1,80 % bis 4,39 %

Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse liegen 2026 gut 2,5 Prozentpunkte:

KrankenkasseZusatzbeitrag 2026
Niedrigster SatzBKK BPW Wiehl1,80 %
BKK firmus2,18 %
Krones BKK2,20 %
Höchster SatzBKK244,39 %
BKK Herkules4,38 %

Arbeitgeber und Beschäftigte tragen den Zusatzbeitrag je zur Hälfte. Bei einem Bruttogehalt von 4.000 € macht die Spannweite rund 104 € im Monat aus, für jede Seite also gut 50 €.

Fünf Kassen haben mitten im Jahr erhöht

Weniger bekannt ist, dass Zusatzbeiträge sich auch unterjährig ändern können. 2026 ist das bisher bei fünf Kassen passiert:

Krankenkassegültig abneuer Satz
BKK Würth01.04.20263,40 %
IKK Südwest01.04.20263,87 %
BMW BKK01.07.20262,90 %
IKK classic01.08.20263,85 %
Südzucker BKK01.08.20263,50 %

Für die Abrechnung ist das unangenehm, denn ein Kassensatz ist damit kein Jahreswert, den man im Januar einmal pflegt und dann vergisst. Wer im Juli noch mit dem Satz vom Januar rechnet, rechnet falsch und muss die betroffenen Monate später korrigieren. Unser Rechenkern führt deshalb jeden Satz mit seinem „gültig ab“-Datum und nimmt automatisch den Stand des jeweiligen Abrechnungsmonats.

Was +0,25 Punkte konkret bedeuten

Der um 0,25 Punkte gestiegene Durchschnitt klingt nach wenig, summiert sich aber:

  • Bei 4.000 € brutto: je 5,00 € mehr im Monat für Beschäftigte und Arbeitgeber, zusammen 120 € im Jahr.
  • Bei Gehältern oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 5.812,50 €/Monat) ist der Effekt gedeckelt: maximal je 7,27 € mehr im Monat.

Wie sich der Satz Ihrer Kasse auf Ihr Netto auswirkt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.

Methodik

Datengrundlage sind die Zusatzbeiträge von 97 gesetzlichen Krankenkassen (ohne reine Umlage- und Landwirtschaftskassen), wie sie unser Rechenkern für die Entgeltabrechnung führt. Der Durchschnitt ist das ungewichtete arithmetische Mittel dieser Kassensätze. Wir vergleichen die Sätze zum Jahresende 2025 mit den am Stichtag 12. August 2026 gültigen Sätzen, unterjährige Erhöhungen fließen also mit ein. Dieselben Daten stehen über die Lohnica API zur Verfügung (GET /api/v1/health-insurances/{datum}).

Selbst nachrechnen?

Alle Zahlen in unseren Beiträgen stammen aus dem Lohnica-Rechenkern – dem gleichen, der hinter dem Rechner und der API steht.